Schlechtwetter  
I. 2005/2006 waren viele Baustelle von dem häufigsten Gesprächsthema betroffen: dem WETTER. Wenn die Parteien in ihrem Bauvertrag diesbezüglich nichts besonderes vereinbart haben, gilt beim VOB/B Bauvertrag folgendes:

- Der AN trägt das allgemeine Wetterrisiko (§ 6 Nr. 2 II VOB/B). Das bedeutet: Witterungseinflüsse, mit denen bei Vertragsschluss/Angabe des Angebotes zu rechnen war, stellen keine Behinderungen dar.

-Im Einzelfall können außergewöhnliche Witterungsverhältnisse zu einer Verlängerung der Ausführungsfrist führen (§ 6 Nr. 2 I VOB/B). Nicht die allgemeine Wetterlage, sondern die Frage, wie sich die Witterung auf das konkrete Bauvorhaben auswirkt ist maßgeblich.

- Lang andauernde Kältewellen im Winter 1962/1963, Winter 1978/1979 in Norddeutschland, Winter 1995/1996 zählen zu den außergewöhnliche Witterungsverhältnissen. Bei den zuständigen Wetterdiensten kann man sich Auskünfte zu den Mittelwerten der vergangenen 10 bis 20 Jahre für den Ort der Baustelle geben lassen. Deutliche Abweichungen können einen Behinderungsfall begründen.

II. Soweit es aufgrund der Vertragslage überhaupt um Feststellung von Schlechtwettertagen geht, ist oftmals eine kostenpflichtige Auskunft z.B. beim DWD (Deutscher Wetterdienst: vor Auskunftserteilung unterbreitet dieser ein Angebot) hilfreich und streitvermeidend.

Anders als in vielen Verträgen vermerkt, gibt es jedenfalls keine "amtlich anerkannten Schlechtwettertage". Ohnehin kommt es auf die zu verarbeitenden Materialien an: insoweit gibt es sowohl ein zu "kalt" als auch ein zu "heiß".