Warum zum Fachanwalt?  

Was ist ein Fachanwalt überhaupt?:

Dazu ein Zitat aus "wikipedia": "Ein Fachanwalt ist ein Rechtsanwalt, der auf einem bestimmten Rechtsgebiet über besondere Kenntnisse und Erfahrungen verfügt und als zusätzliche Berufsbezeichnung den Titel eines Fachanwalts in einem bestimmten Bereich führen kann.

Die Berechtigung zum Führen der Fachanwaltsbezeichnung wird von der zuständigen Rechtsanwaltskammer nach Maßgabe der Fachanwaltsordnung (FAO) verliehen.

Ein Rechtsanwalt kann maximal zwei Fachanwaltsbezeichnungen führen. Zu deren Erwerb muss er mindestens drei Jahre ununterbrochen als Rechtsanwalt zugelassen sein und nachweisen, auf dem betreffenden Rechtsgebiet über besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen zu verfügen. Als Nachweis der besonderen theoretischen Kenntnisse werden in der Regel die Teilnahme an einem 120 Stunden umfassenden Kurs und das Bestehen von drei fünfstündigen Klausuren, oft auch noch einer Fachgespräch genannten mündlichen Prüfung, gefordert. Zum Nachweis der praktischen Erfahrungen ist eine bestimmte Anzahl von bearbeiteten Fällen aus dem jeweiligen Fachgebiet (z. B. Familienrecht: 120 Fälle in drei Jahren) nötig. Nach Erwerb der Fachanwaltsbezeichnung muss sich der Rechtsanwalt jährlich auf dem Gebiet der Fachanwaltsbezeichnung fortbilden oder wissenschaftlich publizieren."


Welche Fachanwälte gibt es momentan?:

* Verwaltungsrecht
* Steuerrecht
* Sozialrecht
* Arbeitsrecht
* Familienrecht
* Strafrecht
* Insolvenzrecht
* Versicherungsrecht
* Medizinrecht
* Miet- und Wohnungseigentumsrecht
* Verkehrsrecht
* Bau- und Architektenrecht
* Erbrecht
* Transport- und Speditionsrecht

Ab dem 1.7.2006 gibt es weitere Fachanwälte für:

* Gewerblicher Rechtsschutz
* Handels- und Gesellschaftsrecht

Die Einführung weiterer Fachanwaltschaften steht an für (dies bedarf noch der Zustimmung des Bundesjustizministeriums):

* Urheber- und Medienrecht
* Informationstechnologierecht

Warum zum Fachanwalt?

Klappern gehört - wie überall- zum Handwerk. Dies bedeutet, dass viele Rechtsanwälte -zu Unrecht- behaupten, besondere Kenntnisse auf einem Rechtsgebiet zu haben. Ein bloßer "Doktortitel" weist besondere praktische Fähigkeiten, wie jeder weiß oder wissen sollte, sicher nicht nach.

Nur der Fachanwalt hat in Theorie (man muss 3 Klausuren schreiben, die RA M. Winter im Rahmen der Prüfung für den FA für Baurecht und Architektenrecht mit einem Durchschnitt von 16 Punkten bestanden hat) und in Praxis (man muss die Bearbeitung einer vorgegebenen Anzahl von gerichtlichen und außergerichtlichen Fällen belegen) seine Kenntnis in einem Spezialgebiet nachgewiesen.

Im Zweifel (wenn man den RA / die Ra´in und dessen/deren Fähigkeiten nicht genau kennt und insoweit nicht ein bereits erworbenes Vertrauen besteht) wird es daher für die rechtsuchende Bevölkerung heißen, dass man beim Fachanwalt für das betroffene Fachgebiet besser aufgehoben ist, als beim "Generalisten".

Dem Fachanwalt gehört die Zukunft, dem Rechtsanwalt - jedenfalls als bloßem Generalisten- nicht.

Hierauf werden sich noch viele Kollegen einzustellen haben. Die "Inflation" der Fachanwaltsbezeichnungen macht jedenfalls deutlich, dass Rechtsanwälte ohne Fachanwaltsbezeichnung sich um eine solche schnellstens kümmern sollten (wenn es in ihre Spezialstrecke hineinpasst und sie nicht z.B. durch notarielle Tätigkeiten als "Anwaltsnotar" ohnehin schon ausreichend ausgelastet sind).

Der rechtsuchende Mandant wird sich jedenfalls - sofern nicht ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis besteht- wohl und vielleicht auch aufgrund vorstehendem eher an einen Fachanwalt wenden.