Annahme / Ausschlagung  
Die berufenen Erben müssen sich entscheiden, ob sie die Erbschaft annehmen oder ausschlagen wollen. Für eine Ausschlagung kann es unterschiedliche Gründe geben, z.B.:

  • persönliche Motive
  • um eine abweichende, z.B. steuergünstige Verteilung des Nachlasses zu erreichen, oder den Nachlaß auf die nächste Generation überzuleiten
  • war der Verstorbene im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet, kann es für den überlebenden Ehegatten u.U. günstiger sein die Erbschaft auszuschlagen und den rechtsgeschäftlichen Zugewinn geltend zu machen.

Bei Annahme der Erbschaft (welche automatisch vorliegt, wenn das Erbe nicht fristgerecht ausgeschlagen wird) ist zu beachten, daß grundsätzlich der Erbe für alle Nachlaßverbindlichkeiten auch mit seinem eigenen Vermögen haftet. Die Haftung des Erben beschränkt sich auf den Nachlaß, wenn Nachlaßverwaltung angeordnet oder ein Nachlaßinsolvenzverfahren eröffnet ist.

Der Erbe, der die Erbschaft einmal angenommen hat, kann nicht mehr ausschlagen. Die Ausschlagung der Erbschaft kann nur innerhalb einer Frist von sechs Wochen ab Kenntnis des Erben von Anfall und Berufungsgrund der Erbschaft erfolgen, danach gilt die Erbschaft als angenommen.