Ehevertrag  
Statistiken belegen, dass in der „Hitliste“ der Eheschließungsgründe die steuerlichen Motive Spitzenreiter sind (hier sieht man, dass der Staat auf eine ungewöhnliche Art und Weise die „Ehe und Familie“ fördert). Statistiken belegen auch, dass fast jede dritte Ehe scheitert. Immer mehr Eheleute schließen daher vor oder auch während der Ehe einen Ehevertrag, um im Falle einer Scheidung bösen Überraschungen vorzubeugen.

Zur Unparteilichkeit verpflichtet, beraten wir Notare Sie über alle Gestaltungsmöglichkeiten und passen den Ehevertrag den konkreten persönlichen und finanziellen Bedürfnissen der Ehegatten bzw. werdenden Ehegatten an. Da wirtschaftlich sehr weitgehende Regelungen getroffen werden können, ist die notarielle Beurkundung des Ehevertrages vorgeschrieben. Ein Ehevertrag hilft dabei, dass im Falle einer Trennung nicht über alles gestritten werden muss.

Ist kein notarieller Ehevertrag geschlossen, leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei der Zugewinngemeinschaft bleibt das Vermögen von Mann und Frau getrennt; keiner der Ehegatten haftet für die Schulden des anderen. Jeder Ehegatte kann, mit Ausnahme von Haushaltsgegenständen, allein über sein Vermögen verfügen, solange er nicht sein gesamtes Vermögen veräußert. Im Falle der Ehescheidung kommt es zum Ausgleich des Zugewinns, der durch Vergleich des Anfangsvermögens (Wert des Vermögens zur Zeit der Eheschließung) mit dem Endvermögen (Wert des Vermögens zum Zeitpunkt der Scheidung) jedes Ehegatten ermittelt wird. Derjenige Ehegatte, der den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat, muß die Hälfte des Überschusses an den anderen abgeben.

Soll eine vollständige Trennung der Vermögensmassen jedes Ehegatten erreicht werden, kann durch Ehevertrag Gütertrennung vereinbart werden. Der Wunsch nach einer solchen Vereinbarung resultiert oft aus der Fehlvorstellung, dass man als Ehegatte automatisch für alle Schulden des anderen haften würde.

Oftmals werden die Interessen der Ehegatten durch eine Abänderung des gesetzlichen Güterstandes (modifizierte Zugewinngemeinschaft) besser gewahrt. Der gesetzliche Güterstand kann fast beliebig - entsprechend der individuellen Bedürfnisse - abgeändert werden und hat damit weniger einschneidende Folgen als die Gütertrennung. So können z. B. bestimmte Vermögenswerte wie Immobilien, Praxisbeteiligung etc. von der Zugewinngemeinschaft ausgenommen werden.

Nur noch selten wird der Güterstand der Gütergemeinschaft vereinbart.
In einem Ehevertrag können neben Regelungen über den Güterstand durch Unterhaltsvereinbarungen die Höhe und Dauer eventueller Unterhaltsansprüche für den Fall der Scheidung nahezu beliebig festlegt werden. Entsprechendes gilt für den Versorgungsausgleich.
Über einen Ehevertrag sollte insbesondere der nachdenken, der im Ausland geheiratet hat. Was denken Sie welches Güterrecht gilt, wenn z.B. in der USA ein Deutscher während eines längeren Aufenthaltes eine dort lebende Schweizerin heiratet? Antwort (nach Schriftbildvergrößerung): Aus deutscher Sicht gilt der Güterstand des US-amerikanischen Rechts, selbst wenn die Ehegatten nach Deutschland gezogen sind und dort mehrere Jahre leben.

Wer verhindern will, dass das ausländische Recht über den Zugewinnausgleich bei der Scheidung oder andere Auswirkungen entscheidet (z.B. im Rahmen des Erbrechts) und wer Rechtsklarheit haben will, sollte zum Notar gehen. Kompliziertere Fragen zum Güterstand oder zum Erbrecht die sich im Zusammenhang mit dem Auslandbezug ergeben können wir Notare durch Einholung von Gutachten (etwa das Deutsche Notarinstitut) und natürlich ohne Mehrkosten für Sie klären.